— H.-W. Schröder (HWS) – Redaktion —
Einheits Schachspieler verlieren letztes Punktspiel
In der Landesliga Schach – der zweithöchsten Klasse Sachsen-Anhalts – wurde die letzte Punktspielrunde zentral in der Magdeburger Uni-Mensa ausgetragen. Damit verloren die Staßfurter den eigentlichen Heimvorteil an dem Gegner Rochade Magdeburg II., dem Tabellendritten. Einheit Staßfurt nahm den Kampf mit Andreas Mann, Jason Beck, Hartmut Radonz, Jonas Ahne, Christian Bichtemann, Jacob Goldschmidt, Tim Siebert und Julian Baum an den acht Brettern gegen die favorisierten Landeshauptstädter auf. Mit Leon Elias Schambier stand der Stammspieler des vierten Brettes nicht zur Verfügung. Während Einheit der Abstiegsgefahr bereits entronnen war, galt es für die Magdeburger, den dritten Tabellenplatz zu behaupten, im günstigsten Fall noch Vizemeister zu werden. Nach langem Kampf setzten sie sich mit 5:3 Punkten durch. Überraschend ist der Spielausgang nicht, denn an fünf der acht Bretter konnten sie die zum Teil erheblich DWZ-besseren Spieler aufbieten. Dennoch lag ein Unentschieden durchaus im Bereich der Möglichkeiten. Ausgerechnet die in den vorherigen Spielen überzeugende untere Hälfte der Mannschaft (Brett 5 bis 8) konnte diesmal nicht die entsprechend bessere Punktausbeute liefern.
Am Spitzenbrett traf A. Mann auf einen Gegner, der mit knapp 200 DWZ- Punkten höher dotiert war. Seine Niederlage ist daher nicht verwunderlich. Der Vereins-Chef war sich nicht zu schade, der Mannschaft als „Vorstopper“ zu dienen, da der Verein gegenwärtig über keinen hochklassigen Spieler verfügt. Normalerweise wird eine Mannschaft etwa der Spielstärke entsprechend von Brett 1 bis 8 aufgestellt. Die WKO (Wettkampfordnung) gestattet aber auch, dass ein um 250 DWZ-schwächerer Spieler vor dem besseren aufgestellt werden kann. Da dies besonders in der Spitze ein riesiger Niveauunterschied ist, ist der Vorstopper der „Prügelknabe“ der gegnerischen Elitespieler. Dafür können die etwas besseren Mannschaftskameraden an hintere Bretter rücken und dort mit besseren Erfolgsaussichten kämpfen. Immerhin konnte Mann in drei Partien nicht bezwungen werden, obwohl die Gegnerschaft einen gewaltigen durchschnittlichen DWZ-Vorsprung von 268 Punkten auswies. Mit den 1,5 Punkten konnte er gar seine DWZ bestätigen. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass er für die aufwändige Wettkampf- und Trainingsplanung von 5 Erwachsenen- und 4 Nachwuchsmannschaften verantwortlich zeichnet. An den Brettern 1 bis 4 sah es trotz des Ausfalls von L. E. Schambier nicht schlecht aus, denn Mannschaftsältester H. Radonz und J. Ahne, eine wichtige Stütze Einheits, gelangen Remise gegen ihre favorisierten Gegner und J. Beck konnte einen vollen Punkt verbuchen, da sein Gegner nicht antrat. Überhaupt – nach anfänglichen Verlustpartien konnte der 17-jährige gegen starke Gegner sein Leistungsniveau stabilisieren und in den nachfolgenden vier Partien nicht mehr bezwungen werden. Auch Senior Radonz erreichte mit 50% der Punkte ein respektables Resultat, das sogar von Schambier mit 56,3% noch gedopt wurde. Auch dieser 17-jährige Nachwuchsspieler konnte damit eine erfreuliche Leistungsentwicklung nachweisen. Mit Remisen beendeten die stets zuverlässigen Punktelieferanten Chr. Bichtemann und J. Goldschmidt das Spieljahr. Beide verloren nur eins der neun Spiele. „Bichte“ hat mit 61,1 % der möglichen Punkte ein Topresultat erspielt. Übertroffen wurde er nur noch vom erst 15-jährigen J. Goldschmidt, der 7 Punkte von 9 möglichen erkämpfte, gleich 77,8 %. Jacob ließ sich auch diesmal von seinen um 200 DWZ-besseren Gegner nicht schrecken. Sein Lohn: Verbesserung seiner DWZ um großartige 199 Punkte. Grundlage für dieses famose Resultat sind seine verbesserten Kenntnisse der Eröffnungstheorien, sein gründliches Spiel gepaart mit enormen Kampfgeist. Ihre Erfolgsserie konnten am 7. und 8. Brett die Jugendlichen T. Siebert und J. Baum nicht fortsetzen. Sieberts Niederlage gegen den sage und schreibe 337 DWZ-stärkeren Brünnler war zu erwarten, nicht die hingegen von Baum. Schade, dass dieser seinen klar erspielten Vorteil noch aus der Hand gab. Dennoch haben beide mit 50% der möglichen Punkte ein für diese Liga beachtliches Ergebnis erspielt. „Timi“ konnte seine DWZ sogar um 54 Punkte verbessern.
Wie gut, dass Einheit bereits im vorherigen Punktkampf den nicht unbedingt zu erwartenden Klassenerhalt sichern konnte, denn die unerwartete und dazu noch klare Niederlage von Aufbau Bernburg gegen Dahlenwarsleben hätte verhängnisvolle Folgen für die Staßfurter haben können. Darum: Ende gut – Alles gut!
Abschlusstabelle
Rangliste Landesliga Staffel A
Rang Mannschaft MP BP
1 USC Magdeburg II (1862) 15 43,0
2 Stendaler SK (1864) 14 41,5
3 SV Rochade Magdeburg II (1868) 12 39,5
4 SC Norbertus Magdeburg (1824) 11 41,5
5 SV Aufbau Bernburg (1790) 9 39,0
6 SV Lok Aschersleben (1810) 9 35,0
7 SG Einheit Staßfurt (1664) 8 33,5
8 SG GW Dahlenwarsleben (1722) 7 31,5
9 VfB Ottersleben (1746) 5 30,5
10 SV Gardelegen (1837) 0 23,0
( ) …. Durchschnitts-DWZ der Mannschaft
MP…. Mannschaftspunkte
BP …. Brettpunkte
HWS