Was für ein Wochenende! Zwei Tage voller Spannung, Emotionen und echtem Kampfgeist liegen hinter uns – und jetzt kommt unser Rückblick für den 21. und 22.02.2026. Und der hat es in sich.
In der U8 ging es richtig zur Sache. Mit 18 Teilnehmern war das Feld nicht nur groß, sondern auch stark besetzt – alle Kinder hatten bereits Turniererfahrung. Es war das größte Teilnehmerfeld seit Jahren. Bis zur vorletzten Runde hatten die ersten sechs Plätze noch realistische Chancen auf die Qualifikation zur Deutschen Einzelmeisterschaft. Es war ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen, jede Partie konnte alles verändern. Am Ende setzte sich Lezan Khalaf mit starken 5 aus 6 Punkten durch und sicherte sich das Ticket. Julius Langheinrich erzielte starke 3,5 Punkte und kämpfte bis zum Schluss um jeden Zähler. Jan Buchmann holte 2 Punkte und stellte sich mutig jeder Herausforderung. Die Gegner waren durchweg stark, die Partien intensiv – und beide Jungs haben Charakter gezeigt. Sie haben gerechnet, gekämpft und niemals aufgegeben. Genau das zählt.
Unsere Mädchen gingen als jüngerer Jahrgang in der U12w und U16w an den Start – gegen teils deutlich ältere und nominell stärkere Gegnerinnen. Auf dem Papier oft klar unterlegen. Aber am Brett? Da wurde gefightet. Und wie!
Die U16w startete nervös ins Turnier und verlor die erste Runde gegen den SV Eintracht Tangerhütte mit 1:3. Doch wer dachte, das würde unsere Mannschaft bremsen, wurde eines Besseren belehrt. In Runde 2 folgte die Antwort: 3:1-Sieg gegen die U20w aus Bad Dürrenberg. An Brett 2 lieferte Jihye Stephan eine Partie mit echter Ausdauer – die drittlängste der gesamten zweiten Runde. Zug um Zug, voller Konzentration, bis zum verdienten Sieg. Moralische Unterstützung gab es von Mannschaftsleiterin Josephine Plathe, die trotz beendeter eigener Partie bis zum Schluss an Jihyes Seite blieb. Teamgeist pur!
Und Josephine zeigte selbst, was möglich ist: Mit einer DWZ von 1106 besiegte sie Luna Kasten vom SV Eintracht Tangerhütte (1282) – ein starkes Ausrufezeichen! Lea Sophie Schiller (994 DWZ) setzte noch einen drauf und schlug Mariia Litvinchuk (1402 DWZ). 400 Punkte Unterschied? Egal. Am Brett zählen Mut, Nerven und Wille. Yanina Harke (804) erkämpfte sich ein Remis gegen Mina Lorenz (1069) von den Schachzwergen. Das ist kein Zufall – das ist Kampfgeist.
In der U12w begann das Turnier mit einem 3:1-Sieg gegen den SV Eintracht Tangerhütte III. Top! Gegen den Roten Turm Halle zeigte Fiona Beck (982 DWZ), was in ihr steckt: Remis gegen die fast drei Jahre ältere Greta Müller (1317 DWZ) – und das in der längsten Partie der Runde. Auch ihre VereinskameradinEmilia Murzyn (786) holte ein Remis gegen Lor Rached (883) vom Roten Turm Halle, sodass es zum Ende 1:3 stand. Romina Hopfstock (786) trotzte in Runde 3 Viktoria Schwalbe (1125 DWZ) ein Remis ab und sorgte so für ein 0,5 zu 3,5 Ergebnis gegen den USC Magdeburg. Frida (10 Jahre) und Rike Schumann (6 Jahre!) spielten ebenfalls starke Remis-Partien in Runde 4 und 5 – und das in einem Landesmannschaftsturnier! Allein das ist bemerkenswert.
Am Sonntag wurde weitergekämpft, gerechnet, gehofft. Am Ende stehen Platz 4 in der U16w und Platz 6 in der U12w. Zahlen, ja. Aber vor allem steht dort eine Entwicklung. Mut. Charakter. Erfahrung. Genau darum ging es. Andreas Mann brachte es auf den Punkt: Es ging nicht um Pokale – es ging um Lernen. Und diese Lektionen waren Gold wert.
Ein riesiges Dankeschön geht außerdem an Marie Salzmann und ihre Eltern. Kurzfristig fiel eine Spielerin krankheitsbedingt aus – und Marie sprang ein. Als absoluter Turnierneuling, ohne große Wettkampferfahrung und zum ersten Mal mit Schreibpflicht, stellte sie sich mutig der Herausforderung. Auch wenn es noch nicht zu Punkten reichte: Sie hat sich der Situation gestellt, gekämpft und unglaublich viel gelernt. Genau das zählt.
Und jetzt kommt das Wichtigste:
Mädels – ihr habt gegen ältere, stärkere, erfahrenere Spielerinnen gespielt. Auf dem Papier wart ihr oft Außenseiterinnen. Aber ihr habt euch nicht versteckt. Ihr habt gerechnet, verteidigt, angegriffen, Nerven behalten. Ihr habt DWZ-Unterschiede von 200, 300 oder sogar 400 Punkten nicht einfach akzeptiert – ihr habt sie angegriffen. Und ihr habt gezeigt, dass Mut keine Zahl hat.
Darauf könnt ihr unfassbar stolz sein. Wirklich stolz.
Schach ist kein „bisschen Brettspiel“. Schach ist Leistungssport. Zwei Tage höchste Konzentration. Stundenlanges Sitzen. Jede Entscheidung zählt. Jeder Fehler tut weh. Und trotzdem seid ihr wieder ans Brett gegangen. Wieder und wieder.
Lasst euch von keiner Zahl und keiner Niederlage einreden, dass ihr nicht stark seid. Ihr seid stark. Ihr seid mutig. Ihr seid ehrgeizig. Und ihr habt an diesem Wochenende bewiesen, dass mit euch in Zukunft ganz sicher zu rechnen ist.
Bleibt dran. Trainiert weiter. Glaubt an euch.
Denn wenn ihr schon jetzt als jüngerer Jahrgang solche Ergebnisse erzielt – dann wird das hier erst der Anfang gewesen sein.
Und eins ist sicher: Wir sind verdammt stolz auf euch. ♟️💥
Fotogalerie
Siegerehrung: https://drive.google.com/drive/folders/1XxCdtUxWQtX9uUU9alDRLkefsPH0FjI_
U8: https://drive.google.com/drive/folders/1M_FFikyv-UilN2iFXstmRRsUj5KpdDBP
U12w | U16w | U20w: https://drive.google.com/drive/folders/1yLeQPnk-N2xYcnY9WBbuzZAre64-iPRl