Nach dem überraschenden Aufstieg der 1. Schachmannschaft von Einheit Staßfurt im vergangenen Spieljahr in die zweithöchste Liga von Sachsen-Anhalt, der Landesliga, hat die Mannschaft den erstaunlichen Klassenerhalt erkämpft. Erstaunlich deshalb, weil die Staßfurter den mit Abstand niedrigsten DWZ-Durchschnitt (Deutsche Wertzahl) der acht Stammspieler aufwies, ohne übliche Spitzenspieler mit hoher DWZ auskommen mussten und außerdem die klar jüngste Mannschaft aller neun Kontrahenten stellte. Verständlich, wenn es an wichtiger Erfahrung fehlte, da die Hälfte aus Jugendspielern bestand und auch im neuen Spieljahr besteht. Die Philosophie des Vereins ist es, alles erdenklich Mögliche zu tun, um den Nachwuchs zu fördern, auch wenn dies mit Risiken behaftet ist. Die Konfrontation der jungen Spieler mit höherklassigem Niveau ist für ihre Weiterentwicklung von unschätzbarem Wert. Auch im laufendem Spieljahr gleicht der Kampf um den Klassenerhalt wieder dem Kampf David gegen Goliath.
Nach einem holprigen Start, u. a. mit einer eklatanten 6,5:1,5 Niederlage gegen SC Norbertus Magdeburg und einer eher vermeidlichen gegen SG GW Dahlenwarsleben mit 4,5:3,5 Punkten, konnte Einheit einige beachtliche Ergebnisse erzielen. So gelang ihr als einziger Mannschaft dem souveränen Tabellenführer USC Magdeburg II ein 4:4 Unentschieden nach den sechs Spieltagen abzutrotzen. Gegen den Tabellendritten Stendaler SK gelang sogar ein überraschender 4,5:3,5 Heimsieg. Mit dem gleichen Resultat musste man sich dann allerdings den Ascherslebener Schachfreunden beugen. Für die Staßfurter dennoch ein achtbares Resultat, denn auch der SV Lok konnte an sieben der acht Bretter die DWZ-stärkeren Spieler aufbieten. Am Spitzenbrett betrug dieser zwischen Matthias Wilke und Einheits Andreas Mann gewaltige 360 Punkte zugunsten Wilkes. Dennoch hatte der Ascherslebener erst nach stundenlanger Wettkampfdauer im späten Endspiel das bessere Ende für sich. Ein Ausdruck des Kampfgeistes stellvertretend für die Mannschaft.
Für Einheit erkämpften die Punkte Mannschaftssenior Hartmut Radonz am 3. Brett und Jakob Goldschmidt am 6. mit Siegen sowie Jason Beck (Brett 2), Christian Bichtemann (5) und Tim Siebert (7) mit Remisen.
Am letzten Spieltag hatte Einheit mit SV Aufbau Bernburg eine weitere Mannschaft aus dem Salzlandkreis zu Gast. Die Kreisstädter, eine Mannschaft mit gestandenen Spielern, war in diesem Punktspiel auch der Favorit. Die Staßfurter boten an den Brettern 1 bis 8 Andreas Mann, Jason Beck, Hartmut Radonz, Leon Elias Schambier, Jonas Ahne, Christian Bichtemann, Jakob Goldschmidt und Tim Siebert nahezu Bestbesetzung auf. Da auch die Bernburger in Bestaufstellung antraten, war klar, wie ernst das Punktspiel genommen wurde. Zum Schluss freuten sich die Staßfurter über das 4:4 Unentschieden. Grundlage war zu einem, dass die obere Hälfte durch die Remisen von A. Mann, J. Beck und H. Radonz und den nicht erwarteten Sieg von L. E. Schambier sich einen leichten Vorteil erspielten, zum anderen Chr. Bichtemann mit Remis und J. Goldschmidt sogar mit vollem Punkt gegen deutlich DWZ-bessere Gegner tolle Leistungen ablieferten.
Mit diesem erneuten Punktgewinn nähren die Einheitspieler die Hoffnung auf den erneuten Klassenerhalt. Wie bei den Ballsportspielarten ist auch bei den Denksportlern das zweite Jahr nach dem Aufstieg das schwierigere.
HWS