Schon in der ersten Woche des neuen Jahres war die Schachjugend des Schachbezirkes Magdeburg gefordert ihre Meister im Normalschach in den Altersklassen zu ermitteln. Mit der Ausrichtung der dreitägigen Wettkämpfe war die SG Einheit Staßfurt beauftragt. Organisations-Chef Andreas Mann und Julian Baum, beide auch für die Turnierleitungen verantwortlich, begrüßten 79 Teilnehmer aus 12 Vereinen aus der Altmark bis zum Harz in den sechs Altersklassenturnieren. Diese fanden hervorragende Bedingungen im großen Saal des Klubhauses der Ciech Sodawerke und im Spiellokal Einheits im Haus der Jugend und Bürger in Staßfurt Nord vor. Gespielt wurde in allen Altersklassen (AK) 5 Runden im „Schweizer-System“ mit normaler Bedenkzeit. Da die AK´s ab der U12 und älter mit längeren Bedenkzeiten spielen, fanden die beiden ersten Runden im Spiellokal von Einheit statt. Alle weiteren dann im Ciech-Sodaklubhaus gemeinsam mit den jüngeren Jahrgängen. Der Gastgeber nutzte die Möglichkeit, auch Einsteigern (Anfänger) eine Spielmöglichkeit vorwiegend in den jüngeren AK einzuräumen, denn jeder Wettkampf ist ein wichtiger Baustein zur Leistungsentwicklung. Problematisch ist aber die Notationspflicht der Züge in der AK U (unter) 8, da manche Kinder noch im Vorschulalter waren. Angetan war die Turnierleitung von der vorbildlichen Disziplin der Kinder, den sie begleitenden Eltern und Betreuern. Sogar das Notieren der Züge klappte am Ende bei fast allen. Die Notation ist sehr wichtig für die häusliche Analyse der Partien und im Verein.

In der U8 spielten wie auch in der U10 Mädchen und Jungen in einem Turnier. Der Turnierleiter konnte zwischen beiden keine Niveauunterschiede ausmachen. Die U8 fand mit dem weit angereisten Jonas Schulze (SG Klötze Süd) einen klaren Sieger. Er gewann alle Partien und holte sich den Meistertitel mit einem Punkt Vorsprung vor Lea J. Mieschke (SV Oebisfelde 1895) und Fabian Hahn (USC Magdeburg). Für Einheits Anfänger Leni Riemann (2 Punkte), Fiona Beck (2) und Adam R. Schaper (1) war das Turnier erwartungsgemäß lehrreich. Sie enttäuschten nicht und konnten sogar punkten. Auch in der U10 hatte sich die weite Anreise der Altmärker gelohnt. Hier siegte Tangerhüttes Matts Goecking (SV Eintracht) mit vier Punkten dank besserer Feinwertung vor seinem punktgleichen Vereinskameraden Fritz Wegner bzw. Minh Huy Tong (Schachzwerge Magdeburg). F. Wegner und M. H. Tong teilten sich den 2. Platz, da auch die Feinwertung keinen Unterschied ausmachte. Die Staßfurter Finn J. Langheinrich (2,5 Punkte), Emil Mingramm (2) und Jasmin Lange (1) konnten hier mit der Spitzengruppe noch nicht mithalten. In der U12 spielten die Jungen und Mädchen in getrennten Turnieren. Georg W. Dornheim (Schachzwerge) gewann die Meisterschaft ohne Punkteinbuße vor Jamie Heidepriem (4) ebenfalls von den Schachzwergen und Einheits Lucas Fiedler 3,5 Punkte. Lucas leistete in der letzten Runde dem neuen Titelträger langen und erbitterten Widerstand. Sein 3. Platz bei den fünfzehn Mitbewerbern verdient hohe Anerkennung. Die Staßfurter Neulinge Darry Zimmermann, Taro Werner (je 2 Punkte), Finley Wiedensee und Felix Riemann (je 1) konnten erwartungsgemäß noch nicht im Kampf um vordere Plätze eingreifen. Anders sah es hingegen bei den gleichaltrigen Staßfurter Mädchen in ihrem Turnier aus. Sie profitierten durchaus von ihrer Erfahrung und ließen nur der unbesiegten Louisa Siegl von den Schachzwergen den Vortritt. Lea Sophie Schiller (4), Josephine M. Plathe (3) und Lina Fleischer (3) kamen auf den Folgeplätzen ein. Jihye Stephan und Yanina J. Harke gelangen immerhin noch je zwei Partiengewinne. Ein Schachzwerg namens Anton Pflug hatte auch bei der U14 mit 4,5 Punkten die Nase vorn. Einheit Staßfurts Ian Beck gelang mit dem 2. Platz ein weiterer Achtungserfolg. Erstaunlich der 3. Platz von Mattes Seidel (SV Kali Wolmirstedt), der noch keine DWZ (Deutsche Wertzahl) aufweisen konnte. Der Einheimische Jakob Goldschmidt blieb mit 2 Punkten diesmal unter seinen Möglichkeiten. Die U16 und U18 spielten in einer Turniergruppe. Der Titel ging hier an Carl Friedrich Dornheim (SG Aufbau Elbe Magdeburg) mit voller Punktzahl. Mit 3,5 Punkten folgte ihm Nildas Lützenkirchen (SV Kali Wolmirstedt). Mit Ole Ziem (USC) kam ein großes Talent mit 3 Punkten auf den 3. Platz. Ole gehört noch der U11 an. Er verwies die mitfavorisierten Jason Beck und Leon E. Schambier (je 3) auf die Plätze 4 und 5. Der Universitätssportclub bewies damit, dass er auch eigene Talente entwickeln kann. Die beiden gestandenen Staßfurter dürften hingegen die Erkenntnis gewonnen haben, dass auch vermeintlich schwächere Gegner nicht unterschätzt werden dürfen. Für Tai Eric Häeseler kam auf Grund mangelnder Erfahrung ein vorderer Platz in dem Klassefeld nicht in Frage.

Abschließend gilt festzustellen, dass die SG Einheit Staßfurt einmal mehr eine prima dreitägige Meisterschaft durchgeführt und den Teilnehmern damit eine wunderbare Ferienfreizeitgestaltung geboten hat. Dank gilt der Leitung der Ciech Sodawerke Staßfurt für die Zurverfügungstellung der gehaltvollen Spielstätte im Klubhaus.

In den jungen Altersklassen haben die Altmärker Schachsportler bemerkenswert gut abgeschnitten. Insgesamt dominierten die Schachzwerge Magdeburg mit mehreren Meistertiteln und weiteren guten Plätzen. Der Gastgeber darf mit den beiden Vizemeister-titeln, den beiden Bronzeplätzen und einigen weiteren guten Platzierungen unter den besten Fünf zufrieden sein, wenn auch nicht alle Träume in Erfüllung gegangen sind. Hervorzuheben ist die Leistungsdichte der Staßfurterinnen in der AK U12.

HWS